Mit 2 Billionen und 368 Milliarden Euro

(31.07.2023)

war laut Pressemitteilung des Statistischen Bundesamtes vom 28.07.2023 der Öffentliche Gesamthaushalt (Bund, Länder, Gemeinden und Gemeindeverbände sowie Sozialversicherung einschließlich aller Extrahaushalte) zum Jahresende 2022 „in den Miesen“. Damit „stieg die öffentliche Verschuldung … auf den höchsten am Ende eines Jahres in der Schuldenstatistik gemessenen nationalen Stand.“

Schreibt man diese Zahl aus, erhält man von ihr vielleicht den Hauch einer Vorstellung:

2.368.000.000.000 Euro

Die meisten unter uns können sich schon unter 1 Million Euro wenig vorstellen. Wer kann sich dann erst von 2,368 Millionen mal 1 Million Euro eine Vorstellung machen? In derselben Meldung wurde mitgeteilt, dass die Pro-Kopf-Verschuldung 28.164 Euro betrage.

Sehen Sie mir bitte die vielen Zahlen nach. Doch platt ausgedrückt bedeuten sie: Jeder in Deutschland Lebende (vom Baby bis zum/r betagtesten Senior/in) könnte sich dafür einen fabrikneuen Mittelklassewagen kaufen. Ich weiß nicht im Einzelnen, für welche Zwecke diese Schulden in vielen Jahren aufgenommen wurden, aber zwei „Sondervermögen“ - vornehm Extrahaushalte (ich finde den Begriff „Schattenhaushalte“ treffender) genannt - liegen gar nicht weit zurück. Einerseits die 100 Milliarden für die Bundeswehr und der sogenannte Abwehrschirm in der Energiekrise von 200 Milliarden Euro.

Die meisten Unternehmen bedienen sich Krediten. Wirtschaftlich gesund ist dies, wenn sie in ihrer Bilanz einen Gegenwert dafür haben. Mir scheint jedoch, dass der Bund insbesondere Konsum mit den Schulden finanziert. Dies ist nicht gesund und auch nicht ehrlich, vielmehr müssen diesen Konsum samt steigender Zinsen die Folgegenerationen bezahlen.

Wir wollen ehrlich sein. Auch die Gemeinde Großpostwitz hat einen neuen Kredit aufgenommen. Jedoch haben wir einen klaren Gegenwert dazu. Der Umbau des ehemaligen Gemeindeamtes zu Praxen ist eine Investition in die Zukunft, die geschaffenen Werte sind messbar und sollen andauern. Ziel ist, gerade für die nächste Generation eine stabile Basis medizinischer Versorgung zu schaffen. Die Bauaktivitäten haben in den letzten Wochen Fahrt aufgenommen. Nachdem das Hängewerk im Dachbereich ertüchtigt und vom Statiker abgenommen war, konnten die Entkernungsarbeiten mit vollem Einsatz weitergeführt werden. Im Südteil wurde der komplette Boden ausgekoffert und die neue Bodenplatte gegossen, um anschließend von unten her die neuen tragenden Bauteile und darauf die Zwischendecke einbauen zu können. Die Leitungen der Erdsonden wurden zusammengeführt und ins Haus hinein verlegt. Die drei geöffneten Außenseiten wurden bis zur Geländeoberfläche geschlossen und dabei erste Abwassergrundleitungen, Elektro-Kabel und Erdungsleitungen eingebracht. Im Keller baute man für den Heizungsraum einen neuen Fußboden samt Bodeneinlauf ein und schloss die große Öffnung zum ehemaligen Kohlebunker. Die Statik der neuen Decke über dem Erdgeschoss ist noch in Prüfung. Erst wenn diese freigegeben wird, kann ein neuer, belastbarer Bauzeitplan als Maßgabe angenommen werden. Ich werde Ihnen dazu weiter berichten.

Es wird jetzt Zeit, auch die Fertigstellung ins Auge zu fassen. Das neu ausgerichtete Haus sollte einen griffigen Namen bekommen und damit auch außen beschriftet sein. Bitte helfen Sie uns bei der Namenssuche und teilen Sie uns Ihre Ideen gerne mit.

Die Baumaßnahme zur Wiederherstellung der Uferbefestigung am „Hainitzer Wasser“ läuft weiterhin stetig. Nach dem Einbringen der Spundwände wurden diese beschichtet, Einbindungen für Rohre angebracht und das im Anschluss befindliche Bachbett neu profiliert. Trotz etwas Verzug liefen diese Bauarbeiten erfreulich rund und wir sollten die Maßnahme Mitte August abschließen können. Der Bau der Bushaltestellen auf der Fabrikstraße und in Eulowitz soll nun am 21.08.2023 beginnen und spätestens Ende September abgeschlossen sein. Auf der Fabrikstraße wird es dazu zeitweise eine halbseitige Sperrung geben. Wir bitten bereits jetzt um Ihr Verständnis und hoffen, zeitgerecht zum Bauende zu kommen.

Ein kleiner Rückblick passt gerade an dieser Stelle. Am 02.08.2022 wurde der barrierefreie Buswendeplatz an der Haltestelle Großpostwitz Pilgerschänke feierlich übergeben. Er ist nun also schon ein Jahr in Betrieb, gehört mittlerweile zum Ortsbild und bringt zusätzliche Sicherheit für alle Fahrgäste, allen voran: dem Schülerverkehr. Ebenfalls vor einem Jahr, am 15. Juli 2022, eröffnete im Ortszentrum von Großpostwitz das Ristorante „La Strada“. Vom ersten Tage an ist das Lokal samt Außenbereich bestens besucht und es herrscht wieder Leben in der Ortsmitte. Dies hält erfreulicherweise auch 2023 an. Wir wünschen der Gastwirtschaft alles Gute und freuen uns, dass sie Großpostwitz bereichert!

Ganz in der Nähe - auf dem Gemeindeplatz - gab es ab März dieses Jahres ein regelmäßiges und gern genutztes Frischeangebot für Obst und Gemüse. Leider blieb dies die letzten Wochen krankheits- und personalbedingt aus. Seit Ende Juli hat ein neuer Händler übernommen. Er möchte immer freitags für Sie da sein. Schauen Sie doch einfach mal vorbei!

Zum Thema gastronomische Versorgung schrieb ich Ihnen im Aprilamtsblatt: „… Herr Krumbholz kündigte das Mietverhältnis für das „Erbgericht in Eulowitz“. Ich bedauere das sehr, respektiere aber seine Entscheidung und bin dankbar für all die Jahre, in denen er und seine Familie das gastronomische Leben unserer Gemeinde bereicherte. Gemeinsam wollen wir uns nun bemühen, möglichst zeitnah einen neuen Betreiber zu suchen, um im besten Fall eine gleitende Übernahme zu ermöglichen. Bitte helfen Sie uns dabei! Wir sind über jeden Hinweis dankbar, der den Weiterbetrieb dieses für Eulowitz, Großpostwitz und weit darüber hinaus so wichtigen Lokals sichern kann.“ Ich möchte mich an dieser Stelle ausdrücklich für den persönlichen Einsatz bedanken, den Herr Krumbholz betreibt, einen Nachfolger zu gewinnen. Auch die Gemeinde bemüht sich auf verschiedenen Handlungsebenen um eine Nachfolgelösung. Dennoch gilt auch heute noch: So Ihnen potentielle Interessenten bekannt sind, bitte vermitteln Sie sie an uns – wir wollen das bestmögliche Team für unser Erbgericht.

Hochmotivierte und engagierte Menschen ermöglichen uns auch immer die Veranstaltungen, die das Gemeindeleben bereichern. Und so begingen am 01.07.2023 die Raschaer Feuerwehrkameraden das 110. Jubiläum der Gründung der dortigen Wehr mit einem zünftigen Fest. Mit vielen Ideen und hohem persönlichen Einsatz wurde eine sehr schöne Veranstaltung auf die Beine gestellt, die die zahlreichen Besucher gern annahmen, bei der die Tradition der Handdruckspritze eindrucksvoll gepflegt wurde und der auch viele Kameraden der Nachbarwehren die Ehre gaben. Anfang Juli kam auch fast ganz Berge zu einem sehr schönen Ortsteilfest zusammen und die Woche darauf viele Ebendörfler.

Am 11.07.2023 war ich zum Grillfest des Unabhängigen Seniorenclub Großpostwitz e.V. in Ebendörfel eingeladen. Dieser Termin hat schon Tradition und wird von den an Lebenserfahrung fortgeschrittenen Kameraden der Ortsfeuerwehr Ebendörfel mit viel Liebe unterstützt. Ich möchte mich für die Einladung, die angenehmen Gespräche und die ausgelassene Stimmung recht herzlich bedanken. Genial (und ich hoffe, diese Einordnung lässt Niemanden außen vor) fand ich es, als die Vereinsmitglieder den neuen Spielplatz ausprobierten. Egal ob Schaukel oder Doppelwippe – alles wurde getestet und für gut befunden.

Mittwoch, den 12.07.2023, hieß es unter der Schirmherrschaft unseres Kinderhauses „Hummelburg“ und mit tatkräftiger Unterstützung einiger engagierter Bürgerinnen und Bürger wieder „Großpostwitz trifft sich“ auf dem Bahnsteig des ehemaligen Bahnhofes Großpostwitz. Die Veranstaltungsreihe scheint sich langsam herumzusprechen. Erneut verbrachten über 200 Gäste den Abend miteinander, genossen die Tanzdarbietung der Kinder und freuten sich, zusammenkommen zu können. Auch der nächste Termin steht bereits fest. Diesmal richtet der Männergesangverein Großpostwitz e.V. am Mittwoch, dem 09.08.2023, von 17.00 bis 21.00 Uhr „Großpostwitz trifft sich“ aus. Auch Sie sind herzlich eingeladen.

Danach dauert es gar nicht mehr lange und die Sommerferien sind vorbei. Eine starke Klasse 1 fiebert dem Schuleintritt entgegen. Ich wünsche den Kindern schon jetzt einen guten Start und den Familien schöne Feiern. Mit dem Ferienende werden auch die meisten großen Urlaube vorüber sein und der Arbeitsalltag rückt wieder mehr in den Fokus. Jedes Unternehmen benötigt ausreichend fachlich versierte Beschäftigte. Diese zu finden, wird immer schwieriger. Deshalb unterstützt die Gemeinde alle Großpostwitzer Unternehmen bei der Mitarbeitersuche und führt nun auf der Homepage die noch junge Rubrik "Stellenmarkt". Wenn wir auch Ihre Suche darin (kostenfrei!) aufnehmen sollen, schicken Sie uns Ihr Inserat an gemeinde@grosspostwitz.de

Im letzten Monat berichtete ich Ihnen über das Projekt „Region der Lebensretter“ ( https://regionderlebensretter.de ). Ziel dieses ist es, die Einsatzzeit ausgebildeter Ersthelfer massiv zu verkürzen, indem Defibrillatoren an vielen öffentlichen Stellen - als gutes Netz - sehr schnell zur Verfügung stehen und somit helfen, dem schnellen Herztod entgegenzutreten. Wir wollen diese Initiative als Gemeinde aktiv unterstützen und die beiden in der Gemeindeverwaltung vorhandenen Defibrillatoren ebenfalls öffentlich zugänglich machen. Unser Spendenaufruf zur Anschaffung der dazu erforderlichen besonders technisch ausgestatteten Box zeigt eine gute Resonanz. Neben Unternehmen spendeten auch Kameraden unserer Freiwilligen Feuerwehr und wollen damit ihre Unterstützung des guten Leitgedankens unterstreichen. Herzlichen Dank dafür! Bald werden wir das erste Gerät öffentlich in Betrieb nehmen können. Vielleicht gelingt es uns im Anschluss auch, noch weitere Geräte für das Netz zu gewinnen (manchmal sind solche in Unternehmen oder Praxen verfügbar und könnten so allen zugutekommen) und damit die Erst-Hilfe für Großpostwitz deutlich zu verbessern. So Sie uns dabei unterstützen wollen, nehmen wir hierfür gern weitere Spenden entgegen.

Trotz Nachdenklichkeit am Anfang dieses Textes bin ich der festen Überzeugung, dass wir uns in Großpostwitz den Herausforderungen der Zeit stellen. Wir bündeln unsere Kräfte, bringen unsere Begabungen ein und wirken füreinander. Damit haben wir es uns auch redlich verdient, miteinander Feste zu feiern. Allen, die dabei kleine, mittlere und auch ganz große Dienste übernehmen, ein herzliches Dankeschön!

Genießen Sie den Rest der Sommerferien und kommen Sie gut in den August.  

Ihr Bürgermeister Markus Michauk