... 100 Jahre freiwillige Feuerwehr Großpostwitz ...


Das Jahr 1893 ist Gründungsjahr der Freiwilligen Ortswehr der Gemeinde Großpostwitz, dokumentiert und nachzulesen im Sächsischen Feuerwehrkalender.

Die Gründung fand im Gasthof "Alter Amtshof" statt. Dieser blieb auch über Jahrzehnte als Vereinslokal.
25 Mitglieder waren Gründer der Wehr.
Nach Durchsicht der noch vorhandenen Gemeindebücher wurde festgestellt, daß die Eintragungen recht spärlich waren. Nur gut, daß die Wehr einen eigenen Schriftführer hatte, welcher uns genauere Daten und Vorkommnisse hinterlassen hat.
Bei der Gründung wurde als Kommandant Herr August Kunak gewählt. Es ist uns bekannt, daß der größte Teil aller Angehörigen der Wehr Gewerbetreibende und Handwerker aus dem Ort waren. Die FFW wurde zum Oberlausitzer Gebirgsgauverband zugeordnet. Es gab aber auch im Ort noch eine freiwillige Betriebswehr der Firma Porak, welche 1903 gegründet wurde und zum Bezirksverband Bautzen gehörte. Im Ort gab es neben der freiwilligen aber noch eine Pflichtfeuerwehrmannschaft.

In der Sitzung am 19. März 1898 wurde durch die Gemeinde beschlossen, den Wehrleuten gegen Unfall durch Eintritt in die oberrheinische Versicherung Schutz zu gewährleisten. Dazu mußte aber erst das Einverständnis des Spritzenverbandes eingeholt werden.
Dem Spritzenverband gehörten folgende Orte an: Großpostwitz, Cosul, Berge, Eulowitz, Großdöbschütz, Kleindöbschütz, Hainitz, Kleinkunitz, Mehltheuer, Mönchswalde, Boblitz, Pielitz, Großkunitz. In diese Ortschaften mußte die Wehr Großpostwitz ausrücken.
Da ja die Spritze den langen Anmarschweg durch Pferde gezogen werden mußte und aufgrund der damaligen Bauweise der Häuser könnte man heute denken, daß es nicht mehr viel zu löschen gab.
1906 schieden einige Gemeinden wieder aus. So auch 1913 die Gemeinden Hainitz und Rascha. Nur Großpostwitz, Cosul, Eulowitz, Berge, Kleinkunitz und Großkunitz bildeten nun den Verband.
Vor Gründung der Freiwilligen Feuerwehr wurde der Feuerschutz durch die sogenannte Komun-Feuerwehr, der alle männlichen Einwohner im Alter von 18 bis 45 Jahre angehörten, ausgeübt. Das Kommando lag in den Händen des jeweiligen Gemeindevorstandes.
Zirka 1905 wurde die erste Handdruckspritze angeschafft. Diese hatte - für damalige Verhältnisse und bei richtiger Anwendung - einen sehr guten Wasserdruck. Die Handhabung und Bedienung war jedoch sehr schwer. Die Bedienungsmannschaft hatte hier Schwerstarbeit zu leisten. 16 Männer wurden dazu gebraucht, je 2x8 im Wechsel. Daraus ist ersichtlich, daß bei jedem Einsatz zirka 25 Männer benötigt wurden.
Am 1. Januar 1921 übernahm das Amt des Kommandanten Herr Engemann. Dieser war Inhaber eines Geschäftes von Baumaterialien und einer Kohlehandlung im Ort. Ab diesem 1. Januar treten grundlegende Änderungen in der Wehr ein. Die Satzungen werden geändert und vom Gemeinderat genehmigt. Uniformen und Ausrüstungsgegenstände im Wert von 11.500,-M werden angeschaft, ein großer Teil des Betrages durch freiwillige Spenden. Im März 1921 rückte die Wehr zu einem Großbrand nach Kirschau, Engertsche Fabrik, mit 43 Mann und Spritze aus. Im Mai wurde eine Feuerwehrkasse eingeführt. Bei einem Hausbrand in Lehn holte die Wehr die 2. Prämie. Zu dieser Zeit gab es für die ersten drei anrückenden Wehren Prämien.
Da der Kommandant noch keinen Degen besaß, haben die Kammeraden aus eigenen Mitteln einen gekauft, welcher durch den Hauptmann Urban überreicht wurde.
Im September fand eine Inspizierung der Wehr statt, Note sehr gut. Die Wehr hatte zu dieser Zeit eine Stärke von 80 Kameraden. Es gab Spritzen und den Steigerzug. Auch damals wurden schon Medailien für "Treue Dienste" ausgegeben. Bei Tod eines Kameraden wurde wunschgemäß der Rock I. Garnitur mit ins Grab gegeben. Im April 1922 stellt die Gemeinde Eulowitz der Wehr Großpostwitz einen eigenen Zug von 27 Kameraden zur Verfügung.
Im Juli beginnt ein Sanitätskursus durch Dr. Albert an der sich auch Nachbar-Wehren beteiligen.
Die Gemeinde bewilligte Mittel von 213,-M zur Beschaffung einer Rauchmaske.
Das Sommerfest in Eulowitz brachte einen Reingewinn von 5.507,50 M davon wurden 4.000,-M in die Uniformkasse gegeben. Zum 50-jährigen Jubiläum der Wehr Cunewalde sammelten die Kameraden 3.000,-M.
Vom 9. - 11.Juni 1923 beging die Wehr Großpostwitz das 30-jährige Jubiläum. Die Wehr erhielt von verschiedenen Vereinen Stiftungen im Wert von 75.000,-M. Die Ehrenmitglieder Schnabel (100.000,-M), Schmeiß (250.000,-M), Zieschank (60.000,-M) und Lebelt (50.000,-M) waren weitere Spender.
Die Gemeinde bewilligt den Kauf von 100 m und der Feuerlöschverband von 150 m Schlauch sowie 20 Dienstblusen.
Am 1.6.1925 nahm die Wehr vertraglich den Feuerschutz des Umspannwerkes in Rodewitz mit in seinen Bereich.
An einer Gauführer-Übung in Neusalza nahmen 17 Kameraden teil.
Der sächsische Feuerwehrtag fand in Freiberg statt und so ging es auf Lastwagen mit 44 Kameraden zur Teilnahme.
Der Zusammenhalt und die Kameradschaft der Wehr unter dem Motto "Einer für Alle - Alle für Einen" wurde von jeher gepflegt. Es ist schriftlich festgehalten, in welchen Orten Delegationen der Wehr Großpostwitz anläßlich von Feuerwehrtagen teilnahmen. Alle aufzuzählen ist nicht möglich, die weitesten waren Werdau und Flöha.
Mit 87 Kameraden wurde zum Feuerwehrtag am 1.7.1923 in Weigsdorf-Köblitz auf der Festwiese marschiert.
Außer den Brandbekämpfungen im Ort sowie der Umgebung sind auch die Hilfeleistungen der Wehr besonders zu erwähnen. Im Ort selbst wurden einige Hochwasseralarme ausgelöst, wobei es auch zur Rettung von Personen und zur Evakuierung kam. Im Juni 1926 war das Niederdorf vom Oberdorf durch Wassermassen abgeschlossen. Mit Schlauchboot wurden Familien aus ihren Häusern geholt und vorübergehend im Ratskeller einquartiert.
Die größte Hochwasserkatastrophe ereignete sich in der Nacht vom 8. zum 9. Juli 1927. Ausgelöst durch ein Unwetter war binnen Minuten die Stadt Gottleuba und Umgebung ein reißender Fluß. Was sich dort die Nacht und am Tag abspielte, war ein Bild des Schreckens. Sechs aktive, acht passive und ein Ehrenmitglied der dortigen Wehr wurden Opfer der Fluten. Die Wehr Großpostwitz eilte mit 40 Kameraden zur Hilfeleistung bei den Aufräumungsarbeiten.
Von 1927 bis 1936 gibt es nur spärliche Informationen über die weitere Tätigkeit der Wehr. Nach 9-jähriger Tätigkeit als Kommandant legt im April 1930 der Kamerad Engemann seine Funktion nieder. Danach waren bis 1936 die Kameraden Schramm, August; Domschke, Adolf und Halgasch, Max tätig. Am 4. August 1936 fand eine Versammlung im Saal des Forsthauses statt, wo der Zusammenschluß der bisherigen Wehren Großpostwitz, Rascha und Cosul zur gemeinsamen Wehr vollzogen wurde. Als neuer Wehrführer wurde der Kamerad Kasper einstimmig gewählt. Eine Wehrversammlung fand am 27. September im Gasthaus Held (Cosul) mit der Wahl des Führerrates und der Unterführer statt.
Schon im Jahre 1936 wurde innerhalb der Wehr das Sportabzeichen mit Erfolg abgelegt. In einer Führersitzung am 5. April 1937 wurde als Zug I Großpostwitz, II Rascha und III Cosul festgelegt.
Anläßlich des General-Appels am 11.4.1937 wurden vom Bürgermeister Rietschel Auszeichnungen für "Treue Dienste" vorgenommen. Als besondere Anerkennung bekam der Kamerad Kutschke eine Kiste Zigarren überreicht.
Jeder Appel oder Sitzung endete in dieser Zeit mit einem Lied und einem dreifachen "Heil Hitler".
Mit Beginn des Krieges wurden viele Wehrangehörige eingezogen. Es wurde eine Altersreserve gegründet. Der Wehrführer Kaspar legte sein Amt nieder und als Nachfolger wurde Kamerad Wienhold gewählt.
32 Mitglieder wurden zum Heeresdienst eingezogen und somit die Wehr sehr geschwächt. Viele kehrten aus diesem furchtbaren Krieg nicht mehr in die Heimat zurück, andere hatten körperliche Schäden und konnten in der Wehr nicht mehr eingegliedert werden.
In den Jahren von 1940-45 findet man keine Aufzeichnungen über die weitere Tätigkeit der Wehr. Gewiß aber ist, daß auch in dieser Zeit alle ihr Bestes gaben, um in Not Geratene zu unterstützen. Trotz aller Not und Trauer stand fest, eine neue Wehr aufzubauen, welche die Sicherheit der Gemeinde und Ihrer Bürger bei Brand und Katastrophen schützen soll. Es war eine schwere Aufgabe, denn es durften keine Nazimitglieder in die Wehr aufgenommen werden. Es waren aber wenige, die nicht dieser Partei angehörten.
Kurz nach dem Zusammenbruch 1945 stellten sich folgende Kameraden dieser Aufgabe: Hinkel, Georg; Brückner, Erich; Aurich, Max; Rentsch, Reinhold; Michalk, Richard; Tscharntke, Kurt; Strudelni, Max; Schulze, Alwin, Semmer, Richard; Hohlfeld, Gerhard; Wannak, Ernst und Scherfig, Emil.
Aus ihrer Mitte wählten sie als Wehrleiter Schulze, Alwin und zum Stellvertreter Scherfig, Emil. Auf das Betreiben des Wehrleiters wurde kurze Zeit darauf mit Unterstützung des Kameraden Lehmann, Hermann auch in Cosul ein Löschzug aufgestellt. Großpostwitz und Cosul hatten glücklicherweise ihre Motorspritze erhalten können. Dafür wurden aber alle Bekleidungs- und Ausrüstungsgegenstände restlos geplündet. Der beim Umsturz noch vorhandene Kraftwagen wurde danach dermaßen abmontiert, daß er nur noch als Schrott verkauft werden konnte. Vom Feuer oder Katastrophen wurde die Gemeinde im Jahr 1945 verschont.
1946 sei zu erwähnen, daß auch im Ortsteil Berge ein Löschzug aufgestellt wurde, was auch ein Verdienst des Kameraden Büttner, Gottfried ist. Leider konnte sich dieser über die Jahre nicht halten. Auch im Ortsteil Rascha finden sich Männer, welche bereit sind, sich in den Dienst des Nächsten zu stellen.
Es sind vor allem Jugendliche und die Führung des Zuges übernimmt der Kamerad Wilhelm, Siegfried. Somit ist die Wehr Großpostwitz wieder vollzählig.
Die Mitgliederzahl beträgt am Ende des Jahres 48 Kameraden. Der Zug Rascha und Berge war zu dieser Zeit mit einer Handdruckspritze ausgerüstet. Zu 3 Bränden und 4 Hilfeleistungen rückte die Wehr 1946 aus. Schon im Februar 1947 wurde die Wehr zu einem Wohnhausbrand des Landwirtes Hobrack gerufen. Trotz der herrschenden Kälte (30), durch welche die Arbeiten sehr erschwert wurden, gelang es eine Ausbreitung des Feuers zu verhindern und sämtliches Inventar zu retten. Leider war ein Menschenleben zu beklagen, eine Frau hatte sich auf dem Boden erhängt.
Ferner wurde die Wehr bei Hochwasser mit Eisgang eingesetzt, dabei wurde ein Mann auf einer Eisscholle vor dem Tode des Ertrinkens gerettet.
Im Jahre 1948 war ein Brand und 1949 waren zwei. Die vorgeschriebenen Dienste wurden mit guter Dienstbeteiligung eingehalten.

1950 war es, daß die Zusammenlegung der Gemeinde Ebendörfel zu Großpostwitz stattfand und somit auch die Verschmelzung beider Wehren. Die Gesamtwehr hatte nun eine Stärke von 64 Kameraden. Ausgerüstet waren wir mit 1 TS 8 - 2 TS 6 und 1 TS 3.
Bei der Neuwahl erhielt der bisherige Wehrleiter weiterhin das Vertrauen aller Kameraden. Der Kamerad Schertig schied als Stellvertreter aus, an seine Stelle trat Kamerard Glaser, Ernst vom Zug Ebendörfel.
Drei Brände wurden im Jahr 1950 registriert. Schon am 01.01.1951 wurde die Wehr zu einem Stubenbrand gerufen. Vier weitere Alarmierungen folgten noch in diesem Jahr.
Am 11.02.1951 ging ein langersehnter Wunsch der Wehr in Erfüllung. An diesem Tage konnte die unter Bürgermeister Thies aufgestellte Sirene ausprobiert werden und es wurde vereinbart, daß dieselbe jeden Sonnabend 12 Uhr laufen gelassen wird. Das Alarmhorn hatte für Großpostwitz seine Schuldigkeit getan.
Am 15.03.1952 ertönte die Sirene zum ersten Mal als Alarm. Vom Löschzug Rascha wurde 1952 ein Waldbrand auf dem Drohmberg gemeldet. Mit Unterstützung von 2 Motorspritzen und der eigenen TS 8 wurde über die lange Wegstrecke das Wasser auf den Drohmberg geschafft.
Der letzte Brand des Jahres war am Heiligabend. Es war Christnacht als die Sirene ertönte und einige Unruhe in die Kirche brachte. Es brannte eine Dachkammer bei Totschke Schweinemarkt.
Die Jahre 1953 und 1954 waren ohne besondere Vorkommnisse.
Der letzte Brand in der Dienstzeit des Wehrleiters Schulze, Alwin geschah am 03.11.1954 bei Schmeiß, Kirchplatz- die Kolonade. Nach 10-jähriger Dienstzeit als Wehrleiter gab er auf eigenen Wunsch diese Funktion ab.
Als Nachfolger wurde der Kamerad Döcke, Richard gewählt. Am 02.03.1955 übernahm er diese Funktion. Im Mai gab es den ersten Brand im Jahr und zwar die Scheune von Kneschke in Cosul - Brandursache war Blitzschlag.
Im Rahmen einer Brandschutzwoche im Juni wurde ein Übungs- und Werbemarsch durch den Ort mit der Feuerwehrkapelle Kleinförstchen durchgeführt. Es beteiligten sich alle 4 Züge und die Betriebswehr Hainitz.
Anschließend gab es ein gemütliches Beisammensein auf dem Mönchswalder Berg. Den Abschluß dieser Brandschutzwoche bildete eine große Schauübung am Objekt Forsthaus.
Die Züge Großpostwitz und Rascha mußten abermals am Heiligabend zu einem Wohnungsbrand ausrücken.
1956 rückte die Wehr zweimal innerhalb einer Woche zu Großbränden nach Kirschau aus. Desweiteren kamen alle 4 Züge beim Dachstuhlbrand der alten Schule zum Einsatz.
Zum Hochwasser im Juni wurde die Wehr zur Rettung von Sachwerten und zum Auspumpen von Kellern eingesetzt. Eine weitere Schauübung fand in Denkwitz auf dem Gehöft Zieschang statt.
Die FFW Oberkaina-Ebendörfel und Großpostwitz förderten das Wasser vom oberen Teich (Gedan) die zirka 1 km lange Wegstrecke zum Übungsobjekt. Rascha entnahm das Wasser am Denkwitzer Teich. Im Rahmen des NAW-Programmes wurden durch die Kameraden die Teiche in Cosul-Rascha-Ebendörfel und Großpostwitz geschlämmt.
Im Jahre 1957 wurden drei Alarmübungen und ein Übungsmarsch durchgeführt, zusätzlich eine Alarm- und Angriffsübung von der Abt. F. Bautzen angeordnet. Übungsobjekt - Weberei Petasch. Bewertung - gut.
Der Zug Rascha rückte mit der Handdruckspritze zu einer Schauübung nach Hainitz aus. Auch im Ortsteil Cosul wurde von der gesamten Wehr eine Schauübung durchgeführt - und das aus Anlaß eines Sommerfestes.
Die Wehr beteiligte sich aktiv an den NAW-Stunden. Es war ein Jahr ohne Brände und Katastrophen. 1958 wurde ein Wettbewerb für Freiwillige Feuerwehren ins Leben gerufen. Vorzutragen waren eine Schulübung nach Vorschrift, eine praktische Übung mit Alarmierung sowie ein Wissenstest der Kameraden.
Die Schulübung wurde durch die Züge Großpostwitz und Ebendörfel vorgetragen. Note - gut. An der praktischen Übung wurden alle 4 Züge gefordert. Brandobjekt war eine Scheune in Rascha. Das Ergebnis war befriedigend. Beim theoretischen Wissenstest erreichte der Zug Großpostwitz die Note 1 (sehr gut) und somit war dieser Wettbewerb abgeschlossen. Die Züge Großpostwitz und Rascha führten eine Nachtübung am Objekt "Zum Drohmberg" in Rascha durch. Dienstbesprechungen - Schulungen - Übungen der gesamten Wehr wurden regelmäßig durchgeführt. Desgleichen auch die geforderten Brandschutzkontrollen in Betrieben und Wohnstätten.

Die Wehr rückte im Jahr 1958 insgesamt 6-mal zu Bränden und Katastrophen aus.
1. Im Juni - Hochwasser in Großpostwitz
2. Zugunglück an der Bahnstrecke Großpostwitz. Es entgleisten 2 Lokomotiven - kein Personenschaden. Die Wehr wurde zu Aufräumungsarbeiten herangezogen.
3. Dachstuhlbrand bei Schreiber am 16.09.1958 in Großpostwitz. Ursache - Wärmestauung.
4. Der Zug Großpostwitz rückte zu einem Scheunenbrand nach Schirgiswalde aus.
5. Stubenbrand bei Mirus in Alt-Hainitz (Fahrlässigkeit mit Bügeleisen)
6. Webstuhlbrand bei Petasch, Großpostwitz.
Der Zug Ebendörfel leistete 400 und der Zug Rascha 50 freiwillige Arbeitsstunden.
Ein weiterer Schritt in der Entwicklung des Brandschutzwesens unseres Ortes ist die Neuanschaffung eines Feuerwehrautos für den Zug Großpostwitz sowie eine Sirene für Rascha.
Am 02.01.1959 legte Kamerad Döcke seine Funktion als Wehrleiter nieder. Aus beruflichen Gründen konnte er diese Tätigkeit nicht länger ausüben.
Auch im Brandschutz bleibt die Zeit nicht stehen. Neue Geräte - neue Methoden der Brandbekämpfung und - vor allem - große Beachtung der vorbeugenden Tätigkeit verlangen von den Kameraden, sich immer aufs Neue der Gegenwart anzupassen.
Die Lernergebnisse werden sich immer in der praktischen Arbeit auswirken.
Mit der Wahl des neuen Wehrleiters Kamerad Tscharntke, Kurt wurden auch weitere Funktionen umbesetzt. Zum stellvertretenden Verantwortlichen für Ausbildung und Schulung wurde Kamerad Schulze, Georg gewählt und zum stellvertretenden Verantwortlichen für den vorbeugenden Brandschutz wurde Kamerad Bartsch, Herbert gewählt. Die 4 Züge der Wehr wurden in Kommandostellen umbenannt. Die Leiter waren Kamerad Tscharntke, Siegfried für Großpostwitz, Kamerad Wauer, Horst für Rascha, Kamerad Gödan, Hans für Ebendörfel und Kamerad Kaulfuß, Erich für Cosul.
Durch die Kontrollen in Wohnstätten, Gewerbe und Handel trat die Wehr mehr in die Öffentlichkeit der Gemeinde. Der Bürgermeister und der Rat wurden in die Arbeit mit einbezogen und mehr als bisher gefordert.
Auch im Jahre 1959 wurden die Kameraden der Wehr voll gefordert. Insgesamt konnten 211 Kontrollen, 26 Übungen, 18 Alarmübungen und 33 Schulungen eingetragen werden.
Bei der Breitenschulung des DRK erwarben die teilgenommenen Kameraden die Karte der "Ersten Hilfe". Zu Brandeinsätzen wurde die Kommandostelle Großpostwitz viermal gerufen.
Auch an einem Wettbewerb im Kreismaßstab beteiligte sich die Wehr. 13 Kameraden wurden mit der Medaille für 20 Jahre in Silber ausgezeichnet. Freiwillige Arbeitsstunden innerhalb der Gemeinde konnten 1340 abgerechnet werden.
Am 19.06.1960 beteiligten sich 2 Mannschaften am Feuerwehrkampfsport in Halbendorf/Spree. Leider war ihnen zum ersten Mal kein Erfolg beschieden. Auch am Wettbewerb zur Bestenermittlung der FFW nahm die Kommandostelle Großpostwitz teil. Innerhalb des Wirkungsbereichs wurde ein 2. Platz erreicht.
Zu einem Katastropheneinsatz wurde Großpostwitz am 29.01.1960 in die Sandgrube nach Preuschwitz gerufen. Durch Erdrutsch mußte ein Starkstromkabel freigelegt werden.
Am 18.04.1960 wurde von der Kommandostelle Rascha ein Dielenbrand gemeldet, der durch Rascha und Großpostwitz ohne größeren Schaden bekämpft werden konnte.
Am 22.11.1960 nachts um 22.45 Uhr rückte Großpostwitz mit 14 Kameraden zu einem Großbrand nach Ebendörfel, Ziegelei aus. Das Ringofengebäude und ein Kohleschuppen standen in Flammen und brannten nieder.
Durch taktisch richtigen Einsatz konnte das Maschinenhaus und die wertvollen Ziegelpressen erhalten werden.Bedauerlicherweise mußte ein Bürger unserer Gemeinde dabei sein Leben lassen. Der Heizer, Herr Katzer, konnte den Flammen nicht mehr entkommen.
Für ein geringes Entgelt wurden in Handarbeit Teiche geschlämmt und Schleusen verlegt. Großpostwitz - 117 Stunden, Rascha - 398 Stunden und Cosul 242 Stunden wurden erbracht.
Zusätzlich leistete die Wehr 160 freiwillige Stunden. Es wurde auf die Notwendigkeit des Baues des neuen Gerätehauses in Großpostwitz hingewiesen. Zur Zeit ist das Fahrzeug und die Geräte im Schuppen von Herrn Schulze untergebracht. An Kontrollen zur vorbeugenden Tätigkeit konnten von Großpostwitz 307, von Rascha 88, von Ebendörfel 90 und von Cosul 76 Stunden abgerechnet werden.
Der einzige Brand des Jahres 1961 wurde durch den Brandstifter Strympe aus Bautzen gelegt. Er legte weitere Brände in der Umgebung. Bei uns war es der Kohleschuppen der Lessingschule. Der Brandstifter wurde gefaßt und verurteilt.
Die Kommandostelle Großpostwitz beteiligte sich am Feuerwehrkampfsport in Kirschau.
Die Sollstärke der Wehr wurde auf 76 Kameraden festgelegt.
Jedes Jahr werden die Wasserentnahmestellen bemängelt, da diese nicht mehr ausreichend Wasser haben. Nach Auskunft vom Rat ist kein Geld vorhanden.
Auch zum Thema Gerätehausbau konnte nichts erreicht werden.
Trotz allem Ärgernis wurden die Dienste und Kontrollen durch die Kameraden 100%ig erbracht.
Für 40jährige Dienste in der Feuerwehr wurden die Kameraden Semmer, Richard und Zieschank, Richard mit der Medaille in Gold ausgezeichnet.
965 Kameraden beteiligten sich an 45 Schulungen, 20 Übungen und 10 Alarmübungen. Erwähnen muß man, daß bei jedem Jahresbericht der Bürgermeister als Hauptverantwortlicher der Gemeinde, ein Ratsmitglied und der Vorsitzende der Kommission Ordnung und Sicherheit ständig mit anwesend sind. Von Jahr zu Jahr werden Mängel aufgezeigt und Forderungen gestellt, aber es wird kaum darauf reagiert. Ganz gleich, wie auch die Bürgermeister alle hießen.
Die Herren Rietschel, Büttner, Brandenburg oder Pillack zeigten wenig Interesse an der Feuerwehr.
Brandfrei war das Jahr 1962. Alle Kommandostellen waren jetzt mit einer TS 8 ausgerüstet.
Die Pflege und Wartung der Geräte sowie des KFZ wurden jeweils in persönliche Obhut genommen.
664 Stunden wurden im NAW geleistet und zusätzlich 51 Stunden zur Bergung der Ernte.
In der Lessingschule wurde eine Arbeitsgemeinschaft "Junge Brandschutzhelfer" ins Leben gerufen.
1963 war ein Jahr der Katastrophen, am 11./12. und 14. Februar waren 66 Kameraden beim Hochwasser an der Spreebrücke eingesetzt.
Zu einem Brand eines Waggons mit Brikett wurde am 18.03.1963 zum Bahnhof ausgerückt.
Am 21.04.1963 ging über der Gemeinde Obergurig ein schweres Gewitter nieder. Zu Hilfe gerufen wurde die Kommandostelle Großpostwitz und kam im "Fortschritt"-Werk zum Einsatz.
Die Kommandostelle Ebendörfel wurde am 7. August nach einem Gewitter zum Auspumpen von Kellern eingesetzt.
Großpostwitz und Rascha bekämpften den Brand am 28. August im Spänebunker der ehemaligen Polsterwerkstätten.
Und noch ein wolkenbruchartiges Gewitter gab es am 19. September über unserer Gemeinde. Das Unterdorf - vor allem die Rosenstraße - standen im Nu unter Wasser.
Am 19. Dezember ertönte nochmals die Sirene zu einem Großbrand in der Eierteigwarenfabrik Pöhle. Bei einigen Grad minus war es der härteste und schwerste Einsatz.
Trotz all diesen Einsätzen wurden die vorgeschriebenen Dienststunden durchgeführt.
Im Leistungsvergleich des Kreises Bautzen der FFW konnte die Wehr auf Grund der Leistung eine Prämie in Höhe von 200,- M in Empfang nehmen.
Vom 14.- 17. Juni feierte die Wehr ihr 70jähriges Jubiläum. Aus diesem Anlaß erhielt sie 250,- M vom Rat des Kreises.
Vom Reingewinn der Jubiläumsfeier wurden Schutzhelme im Wert von 400,- M angeschafft.
Vom Rat des Kreises wurden nun endlich der Gemeinde 12.000,- M zum Bau des Gerätehauses zur Verfügung gestellt.
Da aber diese Summe bei weitem nicht ausreicht, verpflichteten sich die Kameraden, die fehlende Summe durch NAW. Leistungen aufzubringen.
Im Herbst wurde mit den Erdarbeiten begonnen.
Abgehalten wurden 21 Schulungen, 17 Übungen, 18 Alarm-, 7 Einsatz- und 4 Nachtübungen.
Daran waren 784 Kameraden beteiligt. Kamerad Bartsch als Verantwortlicher des vorbeugenden Brandschutzes trat zurück, an seine Stelle rückte der Kamerad Mauksch.
Leider hatten wir auch im Jahre 1964 einige Ausrücker zu verzeichnen. Am 13.1. an der Ziegelei glühende Asche vom Bauschutt Pöhle.
Durch Blitzschlag geriet am 23.7. in Cosul ein Starkstrommast in Brand, welcher von der Kommandostelle gelöscht wurde.
Am 4.8. gab es einen Brand in der Reisserei Dinnebier (Kallauchsche Mühle).
Dachstuhlbrand im Grundstück Mickel Gartenstraße am 6.8.1964.
Ein Kohlekastenbrand am 29.9. durch fahrlässiges Verhalten des Bürgers Kliemann am Dorfplatz.
Trotz Aufklärung und Kontrollen durch die Brandschutzgruppe entstehen immer wieder Brände, welche vermeidbar wären.
213 Kontrollen wurden durchgeführt und 124 Bürger in Schulungen für richtiges Verhalten belehrt.
Als sechste Wehr des Kreises Bautzen konnte auch in Großpostwitz eine Frauengruppe gebildet werden. es waren zur Gründung die Kameradinnen Tscharntke, Ingrid; Schulze, Maria, Dittmann, Annelies und Tenne, Hanni. Als einzige heute noch aktive dabei ist die Kameradin Dittmann. Dafür ein besonderes Dankeschön. Bis zum Jahresende kamen weitere 5 Frauen dazu. Eingesetzt wurden sie als Verstärkung der Brandschutzgruppe bei Kontrollen.
Der Bau am Gerätehaus ging weiter und es war eine harte Zeit für die Kameraden der Kommandostelle Großpostwitz. Aus eigener Kraft - ohne eine Baufirma - mußte dieses Werk geschaffen werden. Es fehlte mitunter an Material, zum anderen an Fachkräften. Unterstützung vom Rat gab es so gut wie keine. 1213 Stunden wurden am Bau weitere 140 Stunden in den Kommandostellen (gesamt 1353 Stunden) erarbeitet.
1965 wurde ein Lichtblick in Bezug auf Ausrüstung und Anschaffung der Wehr.
14 B und 14 C Druckschläuche, 10 Tuchuniformen, 5 Wettermäntel, 6 Einsatzkombis, 9 Fangleinen und 9 komplette Uniformen für die Frauengruppe konnten in Empfang genommen werden.
Die Kommando-Stelle Cosul erhielt einen Hänger zur TS8. Anerkennung unserer Frauengruppe welche großes Interesse in der Mitarbeit im Brandschutz zeigt und dadurch eine wertvolle Bereicherung ist. 355 Kontrollen wurden im Jahre 1964 im vorbeugenden durchgeführt.
Ausgerückt wurde am 5.5., Werkstattbrand der Tischlerei Schaaf, mit 29 Kameraden; am 10.5., Absperrmaßnahmen zur Friedensfahrt, 34 Kameraden; am 11.5., Hochwassereinsatz in Großpostwitz, 43 Kameraden, am 4.8., Stubenbrand in Kleinkunitz, 9 Kameraden.
Zum Feldscheunenbrand in Oberkaina am 9.9. sind aus Großpostwitz 13, aus Rascha 11 und aus Ebendörfel 11 Kameraden ausgerückt.
1020 Stunden leisteten die Kameraden von Großpostwitz am Bau des Gerätehauses und 589 Stunden die Kameraden der Kommando-Stelle Ebendörfel zur Werterhaltung. Endlich war am 25.6.1966 nach 2jähriger Bauzeit die Einweihung des neuen Gerätehauses in Großpostwitz perfekt.
Es war eine Kraftwagenhalle von 10x11 m, leider ohne Schulungsraum und Wohneinheit. Trotz allem war es für die Kameraden der Kommando-Stelle Großpostwitz ein würdiger Tag. Für die gezeigte Einsatzbereitschaft wurden folgende Kameraden geehrt: Kamerad Schulze, Georg als Aktivist - goldene Aufbaunadel und 150,00 M Prämie, Kameraden Mann, Arthur und Trauschke, Rudi - silberne Aufbaunadel und je 75,00 M Prämie.
Die Aufbaunadel in Bronze erhielten die Kameraden Oppermann, Günter; Bartsch, Herbert; Dittmann, Mannfred; Dunkel, Siegfried; Locke, Harald; Tscharntke, Siegfried; Tscharntke, Kurt und Gödan, Hans.
Vom Rat der Gemeinde erhielt die Wehr eine Kollektivprämie von 400,00 M und von der LPG 50,00 M.
Es ist fast unvorstellbar, was die Kameraden aller 4 Kommando-Stellen an freiwilligen Arbeitseinsätzen zu dieser Zeit leisteten. Trotz Einsätzen, trotz der monatlichen Schulung von 4 Stunden und dann noch 754 NAW zu erbringen.
das ist eine Leistung, die keine andere Organisation in der Gemeinde aufweisen kann, auch die Brandschutzgruppe steht diesen Leistungen nicht nach. Ihre Kontrollen in 90 Wohnstätten, 26 LPG-Scheunen, 22 Handwerksbetrieben und 18 Objekten im Handel verdient hohe Anerkennung.
Nach 6jähriger Tätigkeit als Wehrleiter tritt der Kamerad Tscharntke, Kurt gesundheitlich von dieser Funktion zurück. Durch den Bürgermeister Pillak wurde der Kamerad Schulze, Georg in dieses Amt berufen.
Gleichzeitig wurden damit auch andere Funktionen umbesetzt. Die neue Wehrleitung bestand nun aus folgenden Kameraden:
-Kamerad Schulze, Georg - Wehrleiter
-Kamerad Wauer, Horst - stellvertretender Wehrleiter verantwortlich für Aus- und Weiterbildung
-Kamerad Rudolf Heinz - - stellvertretender Wehrleiter verantwortlich für vorbeugenden Brandschutz
-Kameradin Tscharntke, Ingrid - Leiterin der Frauengruppe
-Kamerad Pötschke, Wilfried - Kommandostellenleiter Großpostwitz
-Kamerad Langner, Werner - Kommandostellenleiter Rascha
-Kamerad Gedan, Hans - Kommandostellenleiter Ebendörfel
-Kamerad Kaulfuß, Erich - Kommandostellenleiter Cosul
Die Ausbilder der Jungen Brandschutzhelfer in den Schulen sind:
-Kamerad Langner in der Lutherschule
-Kamerad Rülicke in der Lessingschule

Zu einem Höhepunkt gestaltete sich der 30.11.1966. An diesem Tag wurde der Wehr vom Rat des Kreises ein neues Löschfahrzug übergeben. Mit neuester Technik ausgerüstet zählt die Wehr innerhalb des Kreises mit zu den besten.
Auch im Jahr 1967 konnten wir weitere Erfolge in unserer Tätigkeit verbuchen. Im Wettbewerb der Wehren des Kreises wurden wir unter die 5 besten gesetzt und konnten die Prämie von 300,00 M in Empfang nehmen. Ordnungsgemäß über das gesamte Jahr vollzog sich die Dienstdurchführung und ihre Beteiligung.
Schwerpunkt war eine breite Öffentlichkeitsarbeit in den Wohnstätten und der Landwirtschaft. Der Erfolg zeigte sich darin, daß wir in der Gemeinde keinen Brand hatten. Das Jahr 1968 verlief ohne größere Höhepunkte. 2 kleine Schuppenbrände ohne Schaden sowie ein Hochwassereinsatz wurden durchgeführt.
Die Kameraden der Kommandostelle Cosul nahmen an den Kreismeisterschaften in der Disziplin Gruppenstafette teil. Für das Jahr 1969 wurde auf Kreisebene ein neuer Wettbewerb ins Leben gerufen. Dieser Leistungsstufe III galt unser ganzes Augenmerk und so konnten wir am Ende des Jahres diesen Erfolg feiern. Dieser Wettbewerb wurde auf die Stufen II und I weitergeführt. Natürlich wurden die Anforderungen immer höher. Bei der Stufe I mußten alle geforderten Punkte mit der Note 1-1,5 abgeschlossen werden. Hohe Anforderungen wurden hier an das gesamte Kollektiv gestellt, dieses zu erreichen. Und es wurde geschafft. 1970 wurde die Stufe II und 1971 die Stufe I abgelegt. Damit wurde bewiesen, daß wir zu den besten Wehren des Kreises gehörten.
In unserer Gemeinde ist es Tradition, daß wir jährlich mit Hochwasser überschüttet werden. Nicht nur durch die Scheeschmelze, nein auch im Sommer durch Regengüsse.
38 Kameraden waren wieder als Retter unterwegs. Der Winter brachte uns solche Schneemassen, welche kaum zu bewältigen waren. Nicht nur in der Gemeinde, sondern auch auf dem Bahnhof Bautzen sowie auf der Bahnstrecke Bautzen-Löbau waren wir mit im Einsatz.
Im Wettbewerb "Schöner unsere Städte und Gemeinden" leisteten die Kameraden 630 Stunden.
Das zur Tradition gewordene Dorffest wurde von den Kameradinnen und Kameraden mit 2013 geleisteten Stunden unterstützt.
Trotz allem mußte aber die Einsatzbereitschaft jederzeit gesichert sein.
Im Jahre 1972 gab es große Vorbereitungen zum 80jährigen Jubiläum 1973.
Gemeinsame Übungen mit den Nachbarwehren Rodewitz, Obergurig und der Betriebswehr Hainitz erhöhten den Leistungsstand der beteiligten Wehren. Mit der freiwilligen Betriebswehr hatten wir einen Vertrag über gegenseitige Hilfe.
Die Gemeinden Großpostwitz, Obergurig, Rodewitz und Eulowitz bildeten einen Wirkungsbereich. Als Leiter fungierte Kamerad Tscharntke, Siegfried, ihm zur Seite standen Kamerad Oppermann und Kamerad Lehmann. durch die Anleitung der Genannten wurde der Ausbildungsstand der Wehren weiter erhöht.
Ein Höhepunkt des Jahres 1973 war das Jubiläum. In einer Festveranstaltung konnten zahlreiche Glückwünsche und Geschenke in Empfang genommen werden.
Auszeichnungen und Beförderungen wurden durch den Bürgermeister Herrn Schütze vorgenommen. In der Ansprache wurden die enormen Leistungen der Wehr gewürdigt. Zahlreiche Gäste waren erschienen, so auch Vertreter vom Rat des Kreises - Abt. Feuerwehr Bautzen und zahlreiche Nachbargemeinden.
Volksbelustigungen, ein Bierzelt sowie zünftige Blasmusik ergänzten dieses Fest.
Die Wiederverteidigung der Stufe I wurde erreicht.
Durch die Brandschutzgruppe wurden im Jahre 1973 folgende Kontrollen durchgeführt:
Landwirtschaft 23, Wohnstätten 305, Handel 23, Handwerk 16 sowie 2 Schulen.
Erstmals konnten die Kameraden der Kommandostelle Cosul bei der Gruppenstafette den Kreismeistertitel erringen.
Erwähnen muß man noch den letzte Tag des jahres 1972 und den ersten 1973. Die Silvesterfeier fiel buchstäblich ins Wasser. Es begann gegen 17.00 Uhr. Danach rückten wir 4 mal zu Flächenbränden aus. Der größte entstand gegen 23.00 Uhr. Die Spreewiesen standen in Flammen. Die Ablöschung dauerte bis in die Morgenstunden des Neujahrestages. Entstanden war alles durch Raketen und Knaller, welche das trockene Gras entzündeten.
So wie wir unsere ehrenamtliche Arbeit zum Wohle aller Bürger einsetzen, tun es zur Zeit 9.500 örtliche Freiwillige Feuerwehren mit 330.000 Mitgliedern, davon 50.000 Frauen.
Durch die Neuentwicklung der Technik müssen die Einsatzkräfte durch Schulung und Übung ständig auf den neuesten Stand gehalten werden. Der Kamerad Mix wird als Offizier für Technik der gesamten Wehr eingesetzt. Auch der Kamerad Rudolf Heinz als Verantwortlicher des vorbeugenden Brandschutzes tritt zurück, dafür übernimmt Kamerad Döcke, Horst diese Funktion.
Beim Ausscheid des Feuerwehrkampfsportes des Kreises in Hochkirch konnten wir im Jahre 1975 unser bestes Ergebnis erzielen. 2 Kreismeistertitel, 2 zweite, 1 dritter und 1 vierter Platz waren der Erfolg harter Trainingsarbeit.
Die 2 Kreismeister wurden durch den Rat der Gemeinde zusätzlich ausgezeichnet.
Durch die Bereitstellung weiterer Mittel von 1.500,00 M konnten wir in der Bekleidung von Kameraden ein großes Stück vorwärts kommen.
Zu Beginn des Jahres 1975 erhielten wir von Rat der Gemeinde den Kontrollauftrag, wonach 180 Wohnstätten, 15 Handelseinrichtungen, 20 Handwerksbetriebe, 2 Schulungen der Hausbrandschutz-verantwortlichen sowie 1 Schulung für Betriebsleiter durchzuführen sind. am Ende des Jahres konnten wir eine 100%ige Erfüllung melden. Die Wehr hat zur Zeit eine Stärke von 13 Kameradinnen und 96 Kameraden.
Unser ganz großes Augenmerk gilt auch weiterhin der vorbeugenden Tätigkeit. Große Anstrengungen unternimmt Kamerad Döcke bei der Neugestaltung dieser Aufgabe. Es ist jetzt schon ersichtlich, daß damit weitere Erfolge nicht ausbleiben werden.
Sämtliche Forderungen, welche die Leistungsstufe I stellt, werden Jahr um Jahr erfüllt und die Stufe I verteidigt. An allen 3 Stufen, welche zum Erfolg führten, hat der Kamerad Wauer einen großen Anteil.
Ein altes Fahrzeug Typ "Phäno" wurde für die Kommandostelle Cosul gekauft und als Einsatzfahrzeug durch die Kameraden umgebaut.
Am Ende des Jahres wurde der Aufbau abgeschlossen und steht somit einsatzbereit zur Verfügung. Daran hat Kamerad Mihank besonder Verdienste.
Jedes Jahr haben die Kameraden von Cosul ihren Kreismeistertitel verteidigen können und 1976 drangen sie bis zum Bezirksausscheid vor. Nur durch einen Defekt an der Kübelspritze wurden sie um Medaillenplätze gebracht.
Die Arbeit der Brandschutzgruppe ist von Jahr zu Jahr immer wieder geprägt von Schulungen - Kontrollen - Aufklärung. Bei den Einsatzkräften muß durch die neue Technik das Wissen ständig erweitert werden.
Die Lehrgänge für Gruppenführer und Maschinisten - organisiert durch die Leitung des Wirkungsbereichs - werden von den Kameraden genutzt um das Wissen zu vervollständigen. Das Gleiche gilt auch für das organisierte Selbststudium.
Mit den Schülern - genannt "Junge Brandschutzhelfer" - wird durch die Ausbilder Kamerad Schulze, Peter und Kamerad Langner, Werner eine sehr gute Arbeit in der Nachwuchsbildung geleistet.
Durch den Vertrag mit der freiwilligen Betriebswehr ist die Gemeinde rund um die Uhr abgesichert.
Bei Einsätzen in der Gemeinde am Tage rückt die Betriebswehr mit aus und die Ortswehr rückt nachts bei Einsatz im Betrieb mit aus.
Brände verhüten - Eigentum zu schützen - Menschen in Not zu helfen, das ist unsere Aufgabe. Das war von Anfang an so - ist heute und wird in Zukunft so sein. Die Losung ist: "Einer für Alle - Alle für Einen".

Anerkennung für seine gute Arbeit erhielt der Kamerad Döcke durch seine Auszeichnung beim Rat des Bezirkes. Der größte Teil der Kameraden trägt Auszeichnungen für ihre Verdienste. Durch eine Kollektivleistung wurden wir 1980 als "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" anerkannt. Vom Rat der Gemeinde erhielten wir als Anerkennung eine Geldprämie von 500,00 Mark.
Im Feuerwehrkampfsport wurden folgende Plätze innerhalb des Wirkungsbereiches erreicht:
1. Platz: Löschangriff durch die Kameraden von Rascha
2. Platz: durch die Kameraden von Cosul
Bei 4 x 100 m Kampfbahn: 2. Platz für Rascha und 3. Platz für Ebendörfel.
Bei Gruppenstafette: 1. Platz für Großpostwitz. In diesem Jahr konnten wir auch den Titel eines Kreismeisters erringen.
Das Jahr 1981 brachte keine gute Bilanz - die Anzahl der Brände stieg und damit auch die Schadenssumme. Wenn wir auch in unserer Gemeinde keine größeren Brandschäden zu verzeichnen hatten, muß man doch immer das Ganze sehen.
Die Kommandostelle Großpostwitz rückte 6mal und Cosul 2mal zur Brandbekämpfung aus.Das Hochwasser im Juli stellte wiederum hohe Anforderungen an die Kameraden.
Nach vielen Einsatzstunden wurden dann die Kameraden von Rascha und Cosul zur Ablösung eingesetzt.
Nach 3jähriger Tätigkeit als Kommandostellenleiter gab Kamerad Mieth von der Kommandostelle Cosul diese Funktion auf, die nun von Kamerad Mihank übernommen wurde.
Im Gespräch ist zur Zeit der schon langersehnte Bau eines Schulungsraumes.
Durch Wohnungsmangel verlieren wir immer wieder Kameraden, die in die Neubauten nach Bautzen und Wilthen ziehen. Zuzug gibt es keinen und so sinkt die Einwohnerzahl des Ortes von Jahr zu Jahr.
Über 600 Stunden leisteten die Kameraden bei der Entschlämmung von Teichen in Berge und Cosul.
Desweiteren wurden die Schulungsräume in Cosul und Rascha neu renoviert.
Im Jahre 1984 hat unsere Wehr eine Gesamtstärke von 108 Mitgliedern, davon sind 12 Kameradinnen und 11 Kameraden in der Brandschutzgruppe tätig.
Abermals wurde eine Massenkontrolle in der Gemeinde durchgeführt: 249 Wohnstätten, 20 Handelbetriebe, 19 x örtliche Versorgung, 10 x in der Landwirtschaft und 2 x in der Volksbildung.
Ausgerückt wurde mit der Kommandostelle Cosul zum Waldbrand nach Großkunitz.
Am 18. und 24.03. wurde ein Flächenbrand in Ebendörfel bekämpft. Am 10.04. gab es einen Stubenbrand in Hainitz, einen Schornsteinbrand am 19.11. bei Glatte.
3-mal wurde die Schuttgrube in Cosul bekämpft.
Nach Pielitz und Boblitz wurden wir zum Katastropheneinsatz gerufen.
Am 5. und 10.12. gab es noch 2 Brände - bei Reuter und in der Leinenindustrie - ohne Schaden.
Die Kameraden der Kommandostelle Großpostwitz verpflichteten sich, zum Bau des Schulungsraumes eine Eigenleistung in Höhe von 20 TM zu erbringen.
Das Jahr 1985 blieb für unsere Gemeinde brandfrei.
Einige Umbesetzungen in der Leitungstätigkeit mußten durchgeführt werden.
Leider hatten wir in der Brandschutzgruppe einen Abgang von 5 Frauen zu verzeichnen. Trotz aller Anstrengungen gelang es nicht, diese Lücke zu schließen.
Auf Grund der vorhandenen Technik macht es sich notwendig, vor allem in Großpostwitz die operativen Kräfte zu erhöhen.
Da in Rascha und Ebendörfel keine Einsatzfahrzeuge vorhanden sind, lasten alle Einsätze auf Großpostwitz und Cosul. 8 Einsätze waren es im Jahre 1986.
21 Schüler der Lutherschule konnten die "Goldene Brandschutz I" ablegen.
Die jährliche Wiederverteidigung zur Anerkennung als "Vorbildliche FFW" steht bei uns mit im Vordergrund.
Der erste Spatenstich zum Anbau eines Schulungsraumes ist getan worden und die Kameraden stehen voll im Arbeitseifer. Bis jetzt wurden 1400 Stunden geleistet, welche als VMI-Stunden abgerechnet wurden.
Im nächsten Jahr soll die Einweihung erfolgen. Doch bis dahin wird es noch viel Kraft kosten.
Zur Weiterbildung werden uns durch die Wirkungsbereichsleitung und die Abteilung F Bautzen Lehrgänge angeboten, die von uns voll genutzt werden.

Im Jahre 1987 begehen wir einige Jubiläen: Großpostwitz - 95 Jahre, Ebendörfel - 85 Jahre, Rascha - 75 Jahre und Cosul - 60 Jahre.
Wir freuen uns schon heute auf ein gemeinsames 100jähriges.
Auf Grund von Schwierigkeiten mit Baustoffen und Spezialisten konnte der Anbau noch nicht fertiggestellt werden.
Ohne eine Baufirma und alles in eigener Regie, auch vom Rat der Gemeinde keine Unterstützung - da kann man schon sauer werden.
Der einzige Abgeordnete, ABV Mann, gab uns Hilfe.
Doch wir haben angefangen und werden es auch beenden.
Die personelle Stärke der Kommandostelle Großpostwitz muß unbedingt erhöht werden. Schon durch die vorhandene Technik ist dies erforderlich.
Zur Zeit stehen uns folgende Gerätschaften für einen Einsatz zur Verfügung: ein Löschfahrzeug mit Vorbaupumpe, ein Schlauchtransportanhänger, ein Beleuchtungshänger, ein Hänger mit TS 8 sowie ein Schaumhänger und ein Schlauchboot. Rascha und Ebendörfel verfügen über je einen Hänger mit TS 8, Cosul über ein Löschfahrzeug mit TS 8 und Schlauchtransportanhänger.
Folgende Leitungsmitglieder waren zu dieser Zeit tätig:
Wehrleiter Schulze, Georg
- Stellvertreter Kamerad Mihank, Gerhard
- stellv. V.B. Kamerad Döcke, Horst.
Kommandostellenleiter Großpostwitz: Kamerad Schulze, Joachim
Kommandostellenleiter Rascha: Kamerad Langner, Werner
Kommandostellenleiter Ebendörfel: Kamerad Kumpf, Volker
Kommandostellenleiter Cosul: Kamerad Mihank, Gerhard in Doppelfunktion.
Im April und Mai 1988 gab es eine große Bewährungsprobe für die Kameraden von Großpostwitz. Im Bereich Weißwasser tobten große Waldbrände, zu deren Bekämpfung wir mit eingesetzt wurden.
Zur Besichtigung und Vorführung der Geräte mit Feuerlöschern und Schneidgeräten wurde ein Tag der offenen Tür durchgeführt.
Nach harter Arbeit konnte im Oktober der Sozialanbau am Gerätehaus feierlich übergeben werden.
Die Verpflichtung von 20 TM konnte weit überboten werden.
In einer Feierstunde wurden Auszeichnungen und Beförderungen durch den Bürgermeister Schütze vorgenommen.
Nach Abschluß und Übergabe des Sozialgebäudes hat Kamerad Schulze, Georg die Funktion als Wehrleiter abgegeben. In den 22 Jahren seiner Tätigkeit wurden gemeinsame große Erfolge errungen, Werte geschützt und erhalten, Hilfe geboten wo immer es nötig war - vor allem aber das Anliegen im Geiste unserer Vorgänger weitergeführt.
Als Wehrleiter der FFW Großpostwitz ist Kamerad Schulze, Joachim eingesetzt worden. Kommandostellenleiter in Großpostwitz wurde Kamerad Locke, Harald.
Neue Wege in Form von gemeinsamer Dienstdurchführung bei der Gestaltung der Ausbildung sind gefunden. Die Kommandostellen Rascha, Ebendörfel und Cosul haben 1989 den Titel "Vorbildliche Freiwillige Feuerwehr" verteidigt. Kamerad Illgner, Ralf ist als Kommandostellenleiter in Cosul eingesetzt. Ein Höhepunkt war das 25jährige Bestehen der Frauengruppe. Kameradin Dittmann, Annelies wurde als Aktivist ausgezeichnet.
Die Wehr rückte zu Schuttgrubenbränden und zum Waldbrand Drohmberg aus.
Im Oktober 1989 konnten 302 Wohnungen während der Massenkontrolle in Wohnstätten kontrolliert werden.
Einen Tag der offenen Tür gestalteten die Angehörigen der Kommandostelle Großpostwitz. 40jähriges Dienstjubiläum beging Kamerad Schulze, Georg.

Ein neuer Anfang in unserem Land ist seit dem 9. November 1989 vollzogen. Es muß und wird sich auch in der Arbeit der Feuerwehr einiges ändern. Die Hauptaufgabe bleibt aber auch weiterhin die Verhütung, die schnelle und exakte Bekämpfung von Bränden sowie die Bürger vor den von Bränden ausgehenden Gefahren zu schützen.

Die zurückliegenden Monate 1990 waren voller Ereignisse. Die Währungsunion, die Einheit, die Länderbildung, alles das war bedeutsam für uns alle.
Priorität war und ist die Hilfe für den Menschen in Not sowie der Schutz von Sachwerten.
Vorausschauend sind erweiterte Aufgabengebiete für uns die technische Hilfeleistung, das Rettungswesen und der Umweltschutz zu berücksichtigen.
Die Feuerwehr der Gemeinde war 1990 mit eine der wenigen gesellschaftlichen Kräfte, die noch ihre Handlungsfähigkeit demonstrierte, ihre Einsatzbereitschaft Tag und Nacht garantierte. Der Vertrag mit der Betriebswehr der Leinenindustrie wurde gekündigt, da dort wie in vielen anderen Betrieben keine volle Bereitschaft mehr garantiert ist.
Die Wehr rückte zu Flächen- und Schuttgrubenbränden sowie einem Fernsehbrand aus.
Massenkontrollen in Wohnstätten und Kontrollpläne werden abgeschafft. Die Kameradinnen und Kameraden der Brandschutzgruppe werden in ihre Kommandostellen wieder eingegliedert.
Das Wirkungsbereich Großpostwitz unter Führung der Kameraden Tscharntke, Lehmann und Oppermann wird aufgelöst.
Am 22.04. erfolgte die Gründung des Kreisfeuerwehrverbandes. Die Mitglieder der Wehr sind vollzählig beigetreten. Als Interessenvertreter wurde der Kamerad Tscharntke gewählt. Die Zusammenarbeit mit den neugewählten Mitgliedern des Gemeinderates ist zufriedenstellend.
Junge Leute, die in der Gemeinde ihren Zivildienst leisten, werden in die Arbeit der Feuerwehr eingebunden und ausgebildet.
Im Juni erfolgte die Gründung einer Jugendfeuerwehr, geleitet wird sie vom Kameraden Schulze,Georg.
Höhepunkt der vorbeugenden Arbeit war wiederum der Tag der offenen Tür im Gerätehaus Großpostwitz.

1991 beginnt nun der lange und mühevolle Weg der Umgestaltung und Neubestimmung unseres Lebens. Einhergehend mit den sich vollziehenden Veränderungen ist auch der Brandschutz zum Teil bedeutenden Veränderungen unterworfen.
Am 02.07.1991 ist das sächsische Brandschutzgesetz in Kraft getreten, die Arbeit dadurch wird nicht weniger, aber leichter. Geforderte Dienste werden durchgeführt. Die Beteiligung an den Dienst- und Unterrichtsstunden ist gut, sie liegt bei 75 %.
Die Gesamtstärke der Wehr beträgt 80 aktive Angehörige sowie 4 Ehrenmitglieder. Die Jugendfeuerwehr hat 7 Mitglieder, die Ausbildung findet gemeinsam mit der Jugendfeuerwehr Rodewitz statt.
Die Anzahl der Brände ist gestiegen. Ausgerückt ist die Wehr zum Scheunenbrand und Wohnhausbrand in Cosul, einem Schornsteinbrand und Wohnhausbrand in Alt-Hainitz und zum Scheunenbrand nach Boblitz.
Außerdem wurde zu einer Gefahrenbeseitigung in Großpostwitz sowie bei einem Verkehrsunfall in Halbendorf Hilfe geleistet.
Gemeinsame Alarmübungen sind durchgeführt worden. Die Leitung beschließt, jedes Jahr mit allen 4 Kommandostellen eine Bewertungsübung durchzuführen. Platz 1 belegten die Kommandostellen Großpostwitz und Cosul 1991.
Viel Hilfe bei der Ausbildung geben die Kameraden Tscharntke und Mihank sowie die Kameraden der Berufswehr.
Mittel im Wert von 16.590,00 DM wurden genutzt, um neue Technik anzuschaffen. So der Kauf einer Kettensäge, eines Trennschleifers und neuer Schutzhandschuhe.
Kostenlos erhielten wir 2 gebrauchte LO und einen Barkas.
Die Ausrüstung für die technische Hilfeleistung wurde durch die Zuführung eines neuen Rettungsgerätes verbessert.
Die für die Feuerwehr so notwendigen Löschteiche in Rascha, Cosul und Kleinkunitz wurden in einen ordnungsgemäßen Zustand um- bzw. ausgebaut.
Auf Initiative der Bürgermeisterin konnte für 40 Angehörige der Wehr eine Lebensversicherung abgeschlossen werden.
Kamerad Tscharntke und Combor sind für 40 Jahre aktive Mitgliedschaft in der Freiwilligen Feuerwehr ausgezeichnet worden.
Für eine gute Öffentlichkeitsarbeit wird das Amtsblatt der Gemeinde genutzt. Außerdem fand wieder ein Tag der offenen Tür statt.
Wertvolle Hilfe leisteten unsere Kameradinnen und Kameraden sowie Angehörige bei der Gestaltung und Durchführung des Dorffestes. Für das gesellige Beisammensein sind in den Kommandostellen Ausfahrten, Schlachtfeste und gemütliche Abende organisiert worden.
Der Gemeinderat beschließt am 19.12.1991 die Satzung der Freiwilligen Feuerwehr Großpostwitz mit Abteilungen.
Schon im Januar 1992 wird ein Wahlvorstand gebildet. Leiter ist der Kamerad Schmidt, Mitglieder die Kameraden Noack, Bläsche und Gaida. Die Wahlen für die Leitung der Wehr werden zur Jahreshauptversammlung am 24.01.1992 durchgeführt.
Zum Wehrleiter wurde Kamerad Schulze, Joachim (77%) gewählt.
Zum Stellvertreter wurde Kamerad Mihank, Gerhard (77%) gewählt.
Die Wahlen zum Abteilungskommandanten und Stellvertreter wurden in den Abteilungsversammlungen im Februar durchgeführt.
Folgende Ergebnisse sind erreicht:

Großpostwitz

Abteilungskommandant, Kamerad Tscharntke, Siegfried (50%)
Stellvertreter, Kamerad Locke, Harald (45%)

Cosul

Abteilungskommandant, Kamerad Petrik, René (73%)
Stellvertreter, Kamerad Illgner, Ralf (27%)

Rascha

Abteilungskommandant, Kamerad Langner, Werner (66%)
Stellvertreter, Kamerad Karraß, Eberhard (33%)

Ebendörfel

Abteilungskommandant, Kamerad Schubert, Steffen (81%)
Stellvertreter, Kamerad Baumert, Steffen (19%)

Die Leiter und Stellvertreter sind für 5 Jahre laut Satzung gewählt. Die Satzung wird in allen Punkten mit den Angehörigen der Wehr besprochen. Es wird ein Feuerwehrausschuß gebildet.
Dem Feuerwehrausschuß gehören an:

Kamerad Schulze, Joachim - Wehrleiter
Kamerad Mihank, Gerhard - Stellvertreter
Kamerad Tscharntke, Siegfried - Abteilungskommandant
Kamerad Locke, Harald - Stellvertreter
Kamerad Petrik, René - Abteilungskommandant
Kamerad Illgner, Ralf - Stellvertreter
Kamerad Langner, Werner - Abteilungskommandant
Kamerad Karraß, Eberhard - Stellvertreter
Kamerad Schubert, Steffen - Abteilungskommandant
Kamerad Baumert, Steffen - Stellvertreter
Kamerad Mix, Norbert - Kassenwart
Kamerad Oppermann, Günter - Technikwart
Kamerad Schulze, Georg - Leiter Jugendfeuerwehr
Leiter des Feuerwehrausschusses ist der Wehrleiter.

3 Feuerwehrausschußsitzungen wurden 1992 durchgeführt. In den Abteilungen wurden Abteilungsausschüsse gebildet.

Der Barkas in Großpostwitz wird als Rettungs- und Vorausfahrzeug umgebaut und im April feierlich übergeben.
In der Wehr wird ein Festausschuß zur 100-Jahr-Feier 1993 gebildet. Die ersten Sitzungen finden im März 1992 statt.
Wichtige Anordnungen und Bestimmungen erläßt die Landesregierung. Die Dienste in den Abteilungen werden merklich verbessert durchgeführt.
Den 1. Platz in der Bewertungsübung belegt die Abteilung Großpostwitz und erhält somit ein Geldprämie.
Eine gute Zusammenarbeit besteht mit dem Gemeinderat und der Frau Bürgermeisterin.
Monatliche Dienstbesprechungen werden abgehalten.
Ausgerückt ist die Feuerwehr zu Flächen- und Strohfeimenbränden, zum Wohnhausbrand in Großpostwitz, Lagerhalle Singwitz sowie nach Weißwasser zur Waldbrandbekämfung.
Außgerüstet mit neuer Einsatzkleidung wurden die Abteilungen Großpostwitz und Cosul. Die Technik und Ausrüstung wird stufenweise modernisiert.
Die Abteilung Cosul erhält noch einen gebrauchten LF 8, sodaß die geplanten Mittel rund 40.000 DM betragen.
Für bestimmte Mittel trägt die Landesregierung 40 % der Kosten.
Neue Funktechnik kommt in der Abteilung Großpostwitz zum Einsatz.
Sommer- und Herbstfeste, Faschingsfeiern und Ausfahrten sowie Wandertage sind in den Abteilungen fest eingeplant. Mitglieder der Wehr nehmen an Jubiläen in Cunewalde und Crostau teil.
Eine Auszeichnung für 40 Jahre treue Mitgliedschaft in der FFW erhielten die Kameraden Löchel und Kneschke.

Wir freuen uns schon jetzt auf unser 100jähriges Jubiläum im Juni 1993, hoffen auf ein gutes Gelingen und einen regen Besuch.
Wir danken allen recht herzlich, die an der Chronik 1893-1993 mitgearbeitet und sie zum Wohle unserer Wehr erstellt haben.

Dies waren die Kameraden

Georg Schulze,
Joachim Zieschang,
Horst Döcke,
Gerhard Mihank,
sowie Zuarbeiten von den Abteilungsleitern.





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